Mobility Finance

Es zeichnet sich ab, dass mit den Entwicklungen im Markt für Mobilität – von zusätzlichen Dienstleistungen über neue Mobilitätskonzepte bis hin zum Antriebswechsel – auch die Ausgestaltung mobilitätsbezogener Finanzdienstleistungen neu ausrichten wird.

 

Autobanken als Captives bzw. als Lables spezialisierter Finanzdienstleister können hier eine zentrale Rolle einnehmen. Sie sind in einer Position, ausdifferenzierte und komplexe Mobilitäts-Dienstleistungen zu konzipieren, zu vertreiben und zu administrieren. Diese strategische Neuausrichtung zwischen Fahrzeughersteller und Finanzdienstleister von der klassischen Absatz-, Händler- und Flottenfinanzierung hin in Richtung Mobilität ist aber noch nicht in jedem Fall bereits etabliert.

 

Die Bedeutung des Automobils als gesellschaftliches Statussymbol korreliert – besonders bei der jüngeren Generation – mit Produkten des Kommunikationszeitalters, z. B. Netbook und Smartphone. Die jederzeitige Erreichbarkeit und Vernetzung wird wichtiger als der eigene Führerschein. Neben alternativen Nutzungskonzepten wie Car-Sharing oder -Pooling gewinnt die Möglichkeit der einfachen Gestaltung und Bezahlung eines individuellen Mobilitätsmixes – spontan, anlassbezogen, flexibel – immer weiter an Bedeutung. Zu diesem Mobilitätsmix gehören neben der Nutzung unterschiedlicher Automobile – von Kombi bis Cabriolet, als Selbstfahrer oder Dienstleistung – auch die Nutzung anderer Verkehrsträger (ÖPNV/ Schiene/ Flug), oder als aktueller Trend die Nutzung von eBikes.

 

Die Bedeutung des individuellen Fahrzeug(mehrfach)besitzes wird somit abnehmen und durch den „Konsum“ von Mobilitätsleistungen substituiert. In weiteren Schritten werden die ubiquitäre Konfiguration durch den Nutzer sowie die dazu notwendige Authentifikation, Identifikation und Bezahlung individueller P2L-(Person to Location)-Leistungen einen wichtigen Markstein der Etablierung von Mobility Finance darstellen.

 

Unabhängig davon, ob der Einstieg für Mehrwertdienstleistungen zur Sicherung der Markentreue über den Car-Life-Cycle oder den Customer-Life-Cycle oder einen außerhalb des Fahrzeug-Universums liegenden Mobilitätsaspekt erfolgt: Es werden in jedem Fall mehr, selektivere aber auch komplexere Informationen erforderlich sein. Zusätzlich wird die Hochverfügbarkeit von Information und Interaktion für mobile Anwendungen via Apps auf den Smartphone von Privatkunden oder Business Apps für Services ggü. Händlern und Firmenkunden (insb. Fuhrparkmanagern und -kunden sowie Servicebetrieben) eine modernisierte Informationslogistik erfordern.

Bereits etablierte Concierge Services der Premiummarken, ausgesuchter Kreditkartenformate oder der Executive Services von Großkonzernen haben systemübergreifende Leistungen Car/Train/Travel/Ship/Shopping/Event (etc.) bereits als typischen Manufakturansatz realisiert. Die Zukunft der Digitalisierung fordert diese Leistungen auch für weitere Kundensegmente und steigert somit den Erwartungs- und Kostendruck gegenüber Prozess-, IT- und Leistungsarchitekturen bei Automobilherstellen und Autobanken weiter.

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